In der zehnten Folge des impact ix.-Podcasts sprechen Meik und Basti erstmals mit einem männlichen Gast: Jannis Kuhrt. Jannis, Alumnus der Hochschule Weserbergland, ist nicht nur als Gründer aktiv, sondern hat auch innerhalb der Tennet TSO GmbH mit dem Power Lab ein innovatives Intrapreneurship-Programm etabliert. Das Gespräch dreht sich um die Frage, wie kultureller Wandel in Organisationen gelingen kann, wie man unternehmerisches Denken fördert und warum Eigeninitiative so wichtig ist.
Von der Hochschule zur Gründungsleidenschaft
Jannis Kuhrt blickt auf eine spannende Entwicklung zurück. Nach dem Studium an der HSW zog es ihn zunächst aus beruflichen Gründen nach Bayreuth. Dort übernahm er Verantwortung bei der Tenet und entschied sich früh, seinen beruflichen Weg nicht klassisch über einen Masterabschluss, sondern durch Praxis und Gründungserfahrung zu gestalten. Diese Entscheidung sollte prägend werden: Jannis engagierte sich immer stärker in Projekten, die Unternehmertum im Unternehmen fördern.
Intrapreneurship als Treiber des Wandels
Das zentrale Thema der Folge ist das von Jannis initiierte Power Lab – ein Programm, das Mitarbeitende dazu befähigt, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Der Ansatz ist klar: Transformation darf nicht nur auf Folien existieren, sondern muss operationalisiert werden. „Wenn wir Wandel wollen, müssen wir Strukturen schaffen, die diesen Wandel möglich machen“, betont Jannis. Das Power Lab bietet genau diese Struktur. In drei Phasen – Explore, Prototype und Scale – entwickeln Mitarbeitende eigene Ideen zu Projekten, die echten Mehrwert stiften sollen.
Besonders spannend: Das Programm ermutigt die Teilnehmenden, ihre Ideen zunächst kritisch zu hinterfragen. Viele Ansätze werden bewusst invalidiert, um Ressourcen zu schonen und klare Prioritäten zu setzen. „Wenn Mitarbeitende selbst erkennen, dass eine Idee nicht tragfähig ist, ist das viel positiver, als wenn ihnen das jemand von außen sagt“, so Jannis.
Struktur statt Symbolik
Meik und Basti heben hervor, dass das Power Lab mehr ist als ein weiteres Innovationsprogramm. Es schafft einen schützenden Raum, in dem Mitarbeitende ohne Angst vor Konzernstrukturen kreativ werden können. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, Entscheidungen in kleine, machbare Schritte zu zerlegen. Diese „Scheibenstrategie“ senkt die Hemmschwelle für Managemententscheidungen und ermöglicht es, Projekte mit hoher Unsicherheit erfolgreich zu starten.
Ein weiterer Erfolgsfaktor: Das Power Lab ist kein Top-down-Programm. Vielmehr lebt es davon, dass es auf verschiedenen Ebenen der Organisation Rückhalt findet. Lobbyarbeit innerhalb des Unternehmens ist entscheidend, damit das Programm nicht bei Budgetkürzungen als erstes gestrichen wird.
Leuchtturmprojekte und messbarer Impact
Dass der Ansatz wirkt, zeigt der Erfolg einzelner Projekte. Besonders eindrucksvoll ist ein Vorhaben, das sich mit dem Unterwasserbau von Offshore-Plattformteilen beschäftigt. Mit einem validierten Konzept gelang es dem Team, eine achtstellige Förderung der Bundesnetzagentur einzuwerben. Weitere Projekte generieren bereits signifikante Einsparungen für die Tenet. „Diese Erfolge sind nicht wegzudiskutieren“, so Jannis.
Gleichzeitig zahlt das Programm auf immaterielle Ziele ein: Die Wahrnehmung der Tennet als innovatives Unternehmen steigt, was sich positiv auf das Recruiting auswirkt. Auch die Motivation der Mitarbeitenden wächst messbar, ein Aspekt, den Jannis und sein Team mit Daten untermauern.
Entrepreneurship als Haltung – auch neben dem Job
Neben seiner Rolle bei der Tenet ist Jannis auch privat ein umtriebiger Gründer. Vom Bau von Kinderbetten über ein Low-Carb-Müsli bis hin zu einer Software-as-a-Service-Lösung für Ernährungsberater: Seine Projekte verbindet ein gemeinsamer Nenner – der Wunsch, selbst wirksam zu sein. Jannis beschreibt dieses Schaffen als das, was ihn antreibt. Serien schauen oder passiver Konsum reizen ihn weit weniger als der Aufbau neuer Ideen.
Bemerkenswert ist, wie er es schafft, Beruf und Gründung zu verbinden. „Ich baue meine Projekte so auf, dass ich von heute auf morgen den Stecker ziehen könnte“, erklärt er. Langlebige Lieferzeiten, automatisierte Prozesse oder partnergestützte Entwicklungen sorgen dafür, dass sich die Gründungen in seinen Alltag integrieren lassen.
Wissen teilen und Kultur prägen
Ein weiterer Baustein des Power Labs ist die gezielte Schulung von Führungskräften. Mit Formaten wie „From Busy to Productive“ werden praxisnahe Impulse vermittelt, die in die Organisation hineingetragen werden. Das Ziel: Führungskräfte befähigen, ihre Teams nicht nur zu beschäftigen, sondern produktiv und wirksam zu machen. Jannis setzt dabei auf Erkenntnisse aus der Start-up-Welt, Best Practices von Unternehmen wie Amazon oder Apple und die eigenen Erfahrungen des Power Labs.
Wirkung mit System
Der Podcast zeigt eindrucksvoll, wie unternehmerisches Denken und kultureller Wandel in Organisationen verankert werden können. Jannis Kuhrt ist ein Beispiel dafür, dass es keine großen Budgets oder langwierigen Programme braucht, um Wirkung zu erzielen – entscheidend sind Struktur, Beharrlichkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Das Power Lab bei Tenet ist ein Beweis dafür, dass Wandel möglich ist, wenn er mit echtem Gestaltungswillen und operativer Umsetzung einhergeht.
Das Buch von Jannis findet ihr hier: https://www.amazon.de/Erfolgreich-nebenberuflich-Gr%C3%BCnden-Business-k%C3%BCndigen/
Jannis bei LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jannis-kuhrt/?originalSubdomain=de
Das neue Projekt von Jannis: https://sidegold.de/
Alles weitere über innolethix: https://www.innolethix.com
