Folge #002 | KI als Co-Pilot oder CEO?


Was Unternehmen jetzt wirklich über künstliche Intelligenz wissen müssen

In der dritten Aufnahme – oder besser gesagt: Folge 002 – des impact ix. innolethix Podcast nehmen Basti Reh und Meik Friedrich ihre Hörer:innen mit auf eine Reise durch die aktuelle KI-Debatte. Mit Eindrücken von der „Horváth AI & Data Convention“, Erfahrungsberichten aus der Lehre und persönlichen Experimenten mit ChatGPT & Co. geht es diesmal um eine zentrale Frage:

Brauchen Unternehmen eine KI-Strategie – oder eher Anpassungsfähigkeit?


Zwischen Buzzword und Business-Realität

Meik berichtet eingangs von der Konferenz, bei der er nicht nur SAPs neuesten „Co-Pilot“ kennenlernen durfte, sondern auch einen interessanten Use Case der Commerzbank: ein KI-gestütztes System, das Investor:innen mit passenden Bond-Emissionen „matcht“ – ganz im Tinder-Stil, aber für den Kapitalmarkt.

Der Slogan der Konferenz:
„Don’t learn AI – use AI.“
Ein Satz, der hängen bleibt – und auch in der Podcast-Diskussion als Leitmotiv wiederkehrt.


Von Use Case bis Utopie – was ist KI eigentlich?

Basti bringt eine wichtige Beobachtung ein: Trotz der Vielzahl an Anwendungen ist nicht wirklich klar, was KI heute ist – und was sie einmal sein wird. Ist sie ein Tool? Ein strategischer Gamechanger? Eine Infrastrukturtechnologie?

Und genau hier liegt das Dilemma vieler Organisationen: Sie sind konfrontiert mit einem rasanten technologischen Wandel, wissen aber nicht, ob sie auf Sicht steuern oder langfristig planen sollen.

Die entscheidende Frage lautet:
Braucht es eine KI-Strategie?
Oder ist das Konzept der Strategie im klassischen Sinne bereits zu starr für diese Form der Technologie?


Warum „Strategie“ manchmal ein Problem ist

Der Begriff „KI-Strategie“ hat Charme – vor allem aus Sicht von Beratungsunternehmen. Aber wie sinnvoll ist er für Organisationen, die sich in einem hochdynamischen Umfeld bewegen?

Basti argumentiert:

„Strategie bedeutet ja, mittel- oder langfristig zu planen – aber KI verändert sich in einem Tempo, das klassische Strategiezyklen sprengt.“

Stattdessen spricht er sich für organisatorische Anpassungsfähigkeit aus – eine Fähigkeit, die im Zentrum moderner Organisationsentwicklung steht. Es geht nicht um den Masterplan, sondern um die Fähigkeit, auf neue Entwicklungen zu reagieren, Experimentierräume zu schaffen und Teams gezielt mit KI vertraut zu machen.


Querschnittstechnologie mit Hebelwirkung

Ein weiterer Aspekt: KI ist keine Speziallösung für einzelne Abteilungen – sie durchdringt als Querschnittstechnologie ganze Geschäftsbereiche. Das wurde bei einem weiteren Konferenzbeispiel deutlich: Vodafone arbeitet an einem KI-Modell, das den CO₂-Fußabdruck von Fußballspielen berechnet – basierend auf Mobilfunkdaten und Mobilitätsmustern.

Solche Use Cases zeigen:

  • KI ist vielseitig einsetzbar
  • Sie benötigt Daten – und valide Modelle
  • Sie ist so gut wie die Annahmen, auf denen sie basiert

Oder, wie Meik es formuliert:

„Garbage in, garbage out. Wenn die Modelle schlecht sind, hilft die beste KI nicht.“


KI in der Lehre – wie Studierende heute auf das Thema blicken

Meik berichtet auch aus seiner Lehrpraxis an der Hochschule Weserbergland. In einer Veranstaltung mit Informatikstudierenden stellte er die Frage: Braucht ihr eine KI-Strategie?

Die Antwort war verblüffend pragmatisch:

„Für uns ist das ein Tool.“

Die Studierenden konnten sich kaum vorstellen, dass KI ihr Berufsbild grundlegend verändern würde. Auch das zeigt, wie stark der individuelle Zugang zur Technologie das Verständnis prägt – und wie viel Potenzial noch im Diskurs liegt.


KI als Code-Coach: persönliche Erfahrungen

Basti berichtet aus eigener Erfahrung, wie Large Language Models wie ChatGPT oder Claude ihm geholfen haben, nach Jahren ohne aktives Programmieren innerhalb kürzester Zeit wieder produktiv zu werden.

Drei Datenquellen, ein Dashboard, ein interaktives Frontend – in weniger als drei Tagen.

„Was früher ein Projekt über Wochen war, geht heute in wenigen Tagen – gemeinsam mit KI.“

Dabei wird deutlich:

  • KI kann repetitive Programmieraufgaben übernehmen
  • Sie ermöglicht schnelles Prototyping
  • Sie braucht dennoch menschliche Kontrolle, gerade bei Fehlersuche und kreativen Entscheidungen

Diese Erfahrung deckt sich mit der These, dass ein großer Teil von Junior-Entwicklungstätigkeiten bereits heute durch KI unterstützt oder teilweise ersetzt werden kann.


Vom Tool zur Agentin? Die Zukunft der KI in der Organisation

Ein wichtiger Punkt zum Schluss:
Bisher wird KI vor allem als Tool verstanden – doch in Zukunft könnte sie zur handlungsfähigen Agentin werden, die Aufgaben übernimmt, Entscheidungen trifft, Prozesse steuert.

Meik bringt den Begriff der „Agency“ ins Spiel. Noch sind wir weit davon entfernt, der KI komplette Entscheidungsprozesse – etwa bei Urlaubsbuchungen oder Finanzentscheidungen – zu überlassen. Aber:

„Es wird passieren. Vielleicht nicht vor Ostern – aber es kommt.“


Fazit: Impact durch kluges Handeln, nicht durch starre Pläne

Diese Podcast-Folge bringt viele Perspektiven zusammen – von Business-Use-Cases über Hochschulpraxis bis zu persönlichen Experimenten. Klar wird:

  • KI ist nicht die eine Wahrheit, sondern ein komplexes, dynamisches Feld
  • Organisationen brauchen keine fertige KI-Strategie, sondern eine Strategie zur strategischen Anpassung
  • Führung bedeutet heute, Gestaltungsräume zu öffnen, Irrtümer zuzulassen und Neues zu testen

Oder, wie es das innolethix-Playbook auf den Punkt bringt:

„Aus verändern müssen wird verändern wollen.“​25 ix. playbook v02


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Lies weiter unter: www.innolethix.com/blog

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