impact ix. | Episode #021: Was wir 2025 gelernt haben: Ein Jahr impact ix im Rückblick


Mit Folge 21 endet für uns ein Podcastjahr, das vielfältiger war, als wir es zu Beginn erwartet hätten. Was im Frühjahr als spontane Idee begann, hat sich zu einer Reihe intensiver und oft überraschender Gespräche entwickelt. Insgesamt neun Gäste haben mit uns über Sport, Wirtschaft, Leadership, digitale Bildung und persönliche Grenzerfahrungen gesprochen. Zeit für einen Rückblick und die Frage: Was bleibt eigentlich hängen, wenn man ein Jahr lang Menschen zu Impact befragt?

Ein Start mit politischer Weite

Die erste Folge nach der Sommerpause war zugleich die erste, die wir nicht online, sondern vor Ort aufgenommen haben. Mit Ökonom Tobi Basse sprachen wir über Finanzmärkte, Donald Trump und globale Handelspolitik. Die Diskussion hatte weniger mit Parteipolitik zu tun als vielmehr mit wirtschaftlichen Mechanismen, die internationale Beziehungen prägen. Sein differenzierter Blick zeigte, dass selbst polarisierende Figuren wie Trump nicht ohne ökonomisches Kalkül agieren. Für uns war das ein Auftakt, der verdeutlichte: Impact beginnt oft dort, wo wir Mechanismen verstehen, nicht nur Meinungen diskutieren.

Sport als roter Faden

Ungeplant entwickelte sich Sport zu einem zentralen Schwerpunkt der folgenden Episoden. Mit Parasportlerin Tina Deeken sprachen wir über mentale Stärke, Disziplin und den Mut, unter extremen Bedingungen weiterzumachen. Kaum eine andere Person verkörpert so eindrücklich, wie körperliche und mentale Grenzen verschoben werden können, wenn Leidenschaft und Haltung zusammenfallen.

Auch Melissa Friedrich, Bundesligaspielerin bei Bayer Leverkusen, zeigte, wie rasant und zugleich verantwortungsbewusst sich der Frauenfußball entwickelt. Ihre Schilderungen zu Professionalität, Identität und wachsenden Zuschauerzahlen ließen erahnen, wie viel Potenzial in diesem Sport noch steckt – und warum der Frauenfußball nicht einfach die Fehler des Männerfußballs wiederholen sollte.

Dass Sport noch andere Formen von Impact hervorbringt, zeigte unser Gespräch mit Michaela Prins. Sie ist keine Profisportlerin, aber ihr Engagement im Frauenfußball und ihre Art, ein Unternehmen zu führen, gehören zusammen. Sie schafft moderne Arbeitsbedingungen in einer traditionell schwierigen Branche und nutzt Unternehmenserfolg bewusst, um gesellschaftliche Projekte zu unterstützen. Führung, Sinn und Sport bildeten hier eine bemerkenswerte Einheit.

Führung in einer komplexen Welt

Mit Prof. Dr. Stefan Krummaker sprachen wir über moderne Leadership-Ansätze. Sein zentrales Argument war klar: Wenn die Welt komplexer und schneller wird, braucht Führung mehr Inspiration und weniger Druck. Er warnte vor einer Rückkehr zu rein kennzahlengetriebender Steuerung, die zwar kurzfristig Kontrolle suggeriert, langfristig aber zu Überlastung und Entfremdung führt. Komplexität erfordert Freiraum, Kontextwissen und intrinsische Motivation. Diese Gedanken knüpften unmittelbar an die Beispiele aus dem Sport und der Unternehmensführung an, die wir zuvor hörten.

Digitale Bildung und die Grenzen der Technik

Ein besonders persönliches und reflektiertes Gespräch führten wir mit Grundschullehrerin Claudia Erchinger. Sie hat ihre Haltung zu digitalen Medien in der Schule in den letzten Jahren radikal verändert: von großer Offenheit hin zu einer kritischen Zurückhaltung. Die wachsende Zahl an Studien über Mediennutzung, Aufmerksamkeitsprobleme und die gezielte Suchtarchitektur digitaler Produkte hat ihre Perspektive grundlegend beeinflusst. Ihr Beispiel zeigte, wie wichtig es ist, nicht nur digitale Chancen zu betonen, sondern auch die Risiken ernst zu nehmen – insbesondere bei Kindern.

Moderation, Improvisation und journalistische Verantwortung

Mit Silke Leinweber tauchten wir in die Kunst der Moderation ein. Ihr Gedanke, dass gute Improvisation nur möglich ist, wenn eine solide Vorbereitung den Rahmen setzt, begegnet uns in vielen Kommunikations- und Leadership-Kontexten wieder. Struktur schafft Freiheit – auch das ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch unsere bisherigen Gespräche zieht.

Dirk Tietenberg führte uns schließlich in den Alltag eines Fußballjournalisten. Wir sprachen über Taktikanalysen, die Beziehung zwischen Journalisten und Profis sowie den Einfluss unterschiedlicher Medienformate auf Berichterstattung. Auch hier zeigte sich ein Spannungsfeld zwischen Tiefe, Aufmerksamkeit und der Ökonomie digitaler Reichweiten.

Expeditionen, Versagen und der Mut zur Umkehr

Einen besonderen Eindruck hinterließ unser Gespräch mit Florian Schimanke. Nach seinem erfolgreichen Aufstieg auf den Kilimanjaro startete er eine zweite Expedition, die er abbrechen musste. Das Gespräch darüber öffnete den Raum für Fragen zu versunkenen Kosten, Erwartungsdruck und persönlichen Grenzen. Florian sprach offen über den Moment, in dem Fortschritt nicht mehr Stärke bedeutet, sondern Risiko. Eine Reflexion, die weit über Bergsteigen hinausreicht.

Was verbindet all diese Gespräche?

Überraschenderweise sind es ähnliche Muster, die in sehr unterschiedlichen Kontexten auftauchen:

  • Komplexität verlangt flexible Führung.
  • Sinn stiftet Motivation – im Sport wie in Organisationen.
  • Gute Strukturen ermöglichen Kreativität statt sie zu verhindern.
  • Digitale Technologien brauchen kritische Distanz.
  • Persönliche Geschichten zeigen, dass Impact selten linear entsteht.

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis dieses Jahres: Wirkung entsteht dort, wo Menschen bewusst handeln, reflektieren und bereit sind, Gewohntes infrage zu stellen.

Ausblick auf 2026

Wir verabschieden uns mit dieser Folge in die Winterpause. Im Januar geht es weiter – mit neuen Gästen, neuen Perspektiven und erneut dem Anspruch, Wirkung in Business, Sport und Technologie sichtbar zu machen. Der erste Gast im neuen Jahr steht bereits fest und wird uns in ein Themenfeld führen, das wir bisher kaum gestreift haben.

Bis dahin wünschen wir eine gute Zeit, einen erholsamen Jahresausklang und freuen uns auf ein neues Podcastjahr mit vielen weiteren inspirierenden Gesprächen.

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